Surtualismus
und die Ueberflaechen-Funktion
der Körperoberfläche
(Kommentar)
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"Implizite
Ueberflaeche ist hingegen, zumindest in der
Moderne, die (Haut-)Oberfläche des weiblichen Körpers." (Haut und Lack als Ueberflaechen) |
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Diese
Ueberflaechen-Funktion der Körperoberfläche stellt den strukturell verborgene
Sinn der Aktfotografie dar. Ihn anzuzeigen, ist Aufgabe der surtuellen
Körperfotografie, die das Gegenteil von Aktfotografie ist, weil die den Körper
nicht symbolische entkleidet, sondern ihn symbolisch bekleidet. Sie macht
den Körper offensichtlich zur beliebigen Projektions- und Spiegelfläche,
transferiert damit Oberfläche sichtbar in Ueberflaeche und beraubt die
Körperoberfläche so ihrer okkulten Ueberflaechenfunktion.
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Dabei
kommt es nach dem Ende der Moderne nicht mehr darauf an, ob es der weibliche
oder der männliche Körper ist, der explizit zur Projekts- und Spiegelfläche
gemacht wird. Der männliche Blick richtet sich heute auch auf den männlichen
Körper - sei es der maskulin-männliche Blick des Homosexuellen oder der feminin-männliche
Blick der emanzipierten Frau. Männlicher wie weiblicher Körper haben nun
(wir sehen es in der Bildsprache der Werbung) gleichermaßen die Funktion
inne, die in der Moderne allein dem weiblichen Körper zu kam: sie sind
Ueberflaeche.
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Entsprechend kann es in der surtuellen
Körperfotografie keinen Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Körper
geben; was allein zählt, ist die menschliche Körperoberfläche, die explizit
zur Ueberflaeche gemacht wird. Von ,weiblicher' im Gegensatz zu ,männlicher'
Ueberflaeche zu sprechen, macht keinen Sinn. Traditionell ist der Körper als
Ueberflaeche immer weiblich. Aber diese Zuordnung wird in dem Maß verschwinden,
in dem die Ueberflaechenfunktion des Körpers explizit wird. |
(Kytom L. )